Leipziger Institut für Angewandte Informatik
20.01.2016, 07:36 Uhr

Jubiläumsversion von libjpeg ist da

Das populäre Dateiformat JPEG feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Die erste Version wurde vor 25 Jahren (1991) zusammen mit der Einführung des JPEG-Standards vorgestellt. Im Jahre 2005 ging die Entwicklungsleitung an Experten des Leipziger Instituts für Angewandte Informatik (InfAI, www.infai.org) über. Pünktlich zum Geburtstag gibt es jetzt das Jubiläums-Release  9.2 der Bibliothek libjpeg.
Die Independent JPEG Group (IJG) des InfAI hat im Jubiläumsjahr des Dateiformates JPEG ein Update der Softwarebibliothek libjpeg veröffentlicht. Die neue Version 9.2 bietet vor allem Verbesserungen in Referenzqualität und Performance, unter anderem bei den zuletzt hinzugekommenen Funktionen wie der Unterstützung von erweiterten Standardfarbräumen mit größerem Farbumfang. Die JPEG 9.2 Softwarebibliothek steht professionellen Anwendern ab sofort für eine umfangreiche Bildverarbeitung zur Verfügung.
In erster Linie bringt die neue libjpeg Verbesserungen der Referenzqualität und der Performance mit. Ebenso wurden alle JPEG 9.1-Referenzfunktionen (u.a. Unterstützung von Farbräumen mit größerem Farbumfang, Verbesserung der Datenverarbeitung im Kernbereich des Codecs) mit dem Update auf den aktuellen Stand gebracht. Version 9.1 wurde im Januar 2014 veröffentlicht und ist der erste True Source Reference JPEG Codec. Alle verwalteten Parameter und Funktionen sind als Referenz in der Bibliothek einsehbar. Zu den Referenz-Applikationen zählen der Dateimanager Directory Opus ebenso wie das Bildbearbeitungsprogramm PhotoLine und das Bildverwaltungsprogramm cPicture, womit wichtige Anwendungsbereiche abgedeckt werden. Die neueste JPEG-Version ist auch in Windows Office für Android sowie in Windows Phone enthalten, weitere Anwendungen sollen folgen.
Folgende Funktionen stehen mit der neuen Version der Independent JPEG Group Software libjpeg zur Integration in Anwendungsprogrammen zur Verfügung:
  • Verlustfreie Re-Komprimierung bereits vorhandener JPEG-Bilddateien mittels arithmetischer Kodierung.
  • Verlustfreie Komprimierung von Bilddaten.
  • Verlustfreie Umskalierung bereits vorhandener JPEG-Bilddateien und weitere verlustfreie Transformationsfunktionen (Ausschneiden, Drehen, etc.)
  • Skalierte Enkodierung und Dekodierung.
  • Vergrößerter Farbumfang (Wide Gamut), um verschiedene und zukünftige Aufnahmegeräte und Ausgabemedien abzudecken.
  • Erweiterter Bereich der unterstützten Bit-Tiefen.
Das Entwicklungsmodell sieht derzeit einen Release-Zyklus von zwei bis drei Jahren vor. Für zukünftige Versionen sind unter anderem Erweiterungen geplant, welche die Unterstützung von Anwendungen in den Bereichen High Dynamic Range (HDR) Bildverarbeitung sowie Augmented Reality ermöglichen. [bl]
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