13.06.2014, 10:54 Uhr

Agile Softwareentwicklung in Unternehmen

Herkömmliche, planungsorientierte Softwareentwicklung und agile Methoden könnten nicht unterschiedlicher sein: Unflexible, aber gelernte Verfahren stehen schnellen, aber angeblich chaotischen Vorgehensweisen gegenüber. Gesucht wird der goldene Mittelweg, der Planbarkeit und Flexibilität vereint. Der IT-Dienstleister adesso hat mit dem Interaction Room und dem Preismodell adVANTAGE zwei Instrumente entwickelt, mit denen Unternehmen die Vorteile beider Konzepte nutzen können. Sie zeigen, wie IT-Verantwortliche in der Praxis mit dem Thema gezähmte Agilität umgehen können. 
Agile Softwareentwicklung in Unternehmen
Agile Softwareentwicklung in Unternehmen
Zwischen herkömmlichen, planorientierten Verfahren und agilen Vorgehensweisen scheinen Welten zu liegen: Planorientierte Modelle beruhen auf der Annahme, dass Spezifikationen möglichst vollständig bei Projektbeginn festgelegt werden. Agilen Modellen eilt der Ruf voraus, auf übliche Projektstandards, Spezifikationen und saubere Dokumentation ganz zu verzichten. Die Erstellung lauffähiger Software in kurzen Entwicklungszyklen unter Reduzierung von Regeln, Spezifikationen und Dokumentationen – mit anderen Worten das Konzept der agilen Softwareentwicklung – hält jedoch immer weiter Einzug in die IT. Es passt gut zu modernen Anforderungen anderer Trends wie der Entwicklung mobiler Softwarelösungen. Gefragt ist nicht mehr das eine große Release am Ende eines langwierigen Entwicklungszyklus, sondern die kontinuierliche Veröffentlichung neuer Funktionen. In Projekten soll nicht mehr in Monaten, sondern in Wochen oder Tagen gedacht werden, bis eine Software releasefähig ist.
Tatsächlich aber bringen beide Konzepte Vorteile: Zum einen ist es unrealistisch anzunehmen, dass bereits zu Projektbeginn alle Anforderungen vollständig erfasst werden können; zum anderen lässt sich vollständige Flexibilität nicht mit Fertigstellungsterminen oder Budgetplanung vereinbaren. Ziel sollte sein, die Planorientierung zu flexibilisieren und die Agilität zu zähmen.
Damit Unternehmen von den jeweiligen Vorteilen profitieren, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, hat adesso zwei Instrumente für die Projektarbeit entwickelt: den Interaction Room und das Preismodell adVANTAGE. 
  • Der Interaction Room: Der Interaction Room, ein real existierender Projektraum, ist die Antwort auf eine der zentralen Fragestellungen bei der Erstellung von Informationssystemen: Wie können Fach- und IT-Abteilungen bei der Entwicklung von Lösungen für wettbewerbskritische Geschäftsprozesse besser zusammenarbeiten? Beide Seiten müssen einander verstehen, wenn sie schnell und agil neue Software entwickeln wollen. Eine einfache Symbolik, kombiniert mit einigen wenigen Spielregeln, die auf verschiedenen Prozesslandkarten im Interaction Room abgebildet werden, sorgt dafür, dass alle Beteiligten ihr Augenmerk auf die zentralen Themen und den Projektfortschritt legen können.
  • Das adVANTAGE-Preismodell: IT-Verantwortliche müssen auch agile Projekte kalkulieren können. Diesen Zweck erfüllt adVANTAGE. Das agile und wertorientierte Vorgehensmodell verbindet die Flexibilität im Anforderungsmanagement mit einer passenden Preisgestaltung. Daraus ergibt sich ein Kooperationsmodell, in dem Chancen und Risiken zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer fair verteilt sind. 
"Agilität darf aber nicht als Werkzeugkiste verstanden werden, aus der ein paar Konzepte genommen werden, während die Softwareentwicklung im Übrigen in den alten Gleisen weiterläuft", erklärt Prof. Dr. Volker Gruhn, Vorsitzender des Aufsichtsrats der adesso AG und Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering an der Universität Duisburg-Essen. "Tatsächlich ist die agile Softwareentwicklung eine andere Sichtweise auf den Entwicklungsprozess. Sie ist auch eine Herausforderung für die Unternehmenskultur und das Arbeitsverständnis der Projektbeteiligten. Lange Zeit bewährte Vorstellungen von Projektorganisation und -verantwortung müssen hinterfragt und gegebenenfalls aufgegeben werden." 
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