Universität Erlangen-Nürnberg 01.04.2019, 07:56 Uhr

Gesundheitsmanagement-Konzept für KMU

Die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein elementarer Faktor für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.
Wissenschaftler der FAU erforschen Gesundheitsmanagement-Konzepte für KMU.
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Neue Entwicklungen, allen voran die Digitalisierung der Arbeitswelt, lösen etablierte Verhaltensmuster auf und fordern eine enorme Flexibilität, was zu psychischen Belastungen führen kann. Seit 2013 sind Arbeitgeber verpflichtet, neben physischen auch psychische Gefährdungen zu bewerten und ihnen entgegenzuwirken. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das eine gewaltige Herausforderung, da sie ohnehin Schwierigkeiten haben, ein systematisches und umfassendes Gesundheitsmanagement zu etablieren.
Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Public Health am Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (IPASUM) der FAU gemeinsam mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Bayern, der Grundig-Akademie und der Peter Brehm GmbH im Januar 2016 das Projekt RegioKMUnet gestartet. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes zur Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements speziell in KMU.
Während der Projektlaufzeit wurden zwei Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, die besonders die psychische Gesundheit im Blick hatten. Obwohl Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, sämtliche mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln und mit geeigneten Maßnahmen des Arbeitsschutzes entgegenzuwirken, hat sich die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen gerade in kleinen Betrieben noch nicht flächendeckend etabliert.
Bei den Befragungen stellte sich heraus, dass Digitalisierung als Ursache für Stress und Anpassungsdruck in den beteiligten KMU eine nachrangige Rolle spielt. »Als häufigste Auslöser psychischer Belastungen haben wir Probleme in den Arbeitsprozessen und Organisationsstrukturen identifiziert«, sagt Wolfgang Fischmann, der das Projekt am IPASUM aus psychologischer Sicht betreut. »Auch Mängel in der Führungsqualität der Vorgesetzten, etwa unzureichende fachliche Kompetenz oder eine schlechte Fehlerkultur, wurden von den Mitarbeitern genannt.«


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