Das Klassenzimmer der Zukunft 07.05.2018, 08:17 Uhr

Neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden

In einer neuen Laborumgebung im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern werden – in Kooperation mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen – Technologien für neue Lehr- und Lernmethoden entwickelt und erprobt.
Im Immersive Quantified Learning Lab geht es darum, digitale Lehr- und Lernmethoden zu entwickeln und sie zu erproben.
(Quelle: DFKI )
Das gemeinsam von der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) und dem DFKI betriebene »Immersive Quantified Learning Lab« (iQL) versteht sich als Ideen- und Prototypen-Werkstatt für das Lernen der Zukunft und verknüpft Mensch und Computer zu einer intelligenten Kreativplattform.

Im Living Lab werden verschiedene Technologien, beispielsweise Eye-Tracking, Sprach- und Gestenerkennung oder Augmented Reality eingesetzt und untersucht, wie diese in Lern- und Arbeitsszenarien sinnvoll angewendet werden können. Gewonnene Analysedaten dienen Bildungswissenschaftlern und Fachdidaktikern zur Diagnose von Lernzuständen und Lernfortschritten. So lässt sich zum Beispiel durch die Messung der Gesichtstemperatur mittels Infrarotkameras die Belastung von Lernenden feststellen. Die Kombination solcher Datenquellen mit intelligenten Algorithmen, wie Deep Learning-Verfahren, ermöglicht völlig neue Einblicke in individuelle und gruppendynamische Lernprozesse. Aus diesen lassen sich Handlungsempfehlungen für Lehrende ableiten. Außerdem erlauben die Analysedaten Rückschlüsse auf den kognitiven Zustand der Lernenden. Bei erhöhter Belastung oder Überanstrengung können dann beispielsweise individuelle Maßnahmen zur Erhöhung des Lernerfolges vorgeschlagen werden.

Zudem können im iQL-Lab Laborstudien, die zumeist als Einzelplatzstudien geplant werden, in einer realitäts- und anwendungsnahen Umgebung und gleichzeitig mit einer großen Gruppe durchgeführt werden. Das minimiert den Zeitaufwand und verringert äußere Einflüsse.

Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste und DFKI-Standortleiter in Kaiserslautern: »Das iQL ist eine völlig neuartige instrumentierte Lernumgebung für partizipative und individuelle Lern- und Lehrerlebnisse. Aufbauend auf bereits etablierten Prototypen, sollen die eingesetzten Technologien die Faszination der Erschließung neuer Lernwelten aufzeigen. Durch die Kombination vielfältiger Interaktionsformen mit multimedialen Lernobjekten möchten wir die Nutzenpotenziale digitaler Medien im Bereich Aus- und Weiterbildung hervorheben, das Lernen vielfältiger und erlebnisorientierter gestalten und so die Neugierde am Inhalt stärken. Darüber hinaus wollen wir die Wirkung solcher digitaler Lernumgebungen im Hinblick auf psychische und kognitive Belastung oder Verbesserung des Wissensstandes untersuchen, auch im Vergleich mit traditionellen Medien.«


Das könnte Sie auch interessieren