War for Talents 31.12.2018, 07:37 Uhr

Mit New-Work-Ansatz gegen Fachkräftemangel

Der War for Talents, also der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, betrifft branchenübergreifend einen Großteil der Firmen in Deutschland.
Neben den Arbeitszeiten sollten auch die Arbeitsplätze flexibler gestaltet werden.
(Quelle: www.dfind.com )
Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vom April 2018 können Unternehmen zwei von drei Stellen nicht oder nur schwer besetzen. Dies betrifft vor allem die sogenannten MINT-Berufe, also Stellen aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Als besonders gefragt gelten dabei auch Digitalisierungsexperten. »Um den Anschluss nicht zu verlieren und die besten digitalen Köpfe für sich zu begeistern, sollten Unternehmen daher auf den New-Work-Ansatz setzen«, erklärt Christian Rampelt, Gründer und Geschäftsführer von dfind.com.
Unter dem Schlagwort New Work verstehen Führungskräfte, die Generation Y oder alteingesessene Mitarbeiter jedoch oft Unterschiedliches. Es reicht nicht, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter einfach mit dem neuesten Equipment ausstatten, entscheidend ist, dass sie auf die neuen Ansprüche der Angestellten eingehen. Auch in Zeiten der Digitalisierung stellt sich vielen Arbeitnehmern die Frage nach dem Sinn der Arbeit. Denn wenn neue Technologien viele Tätigkeiten ersetzen können, fragen sich Mitarbeiter vermehrt, welche Bedeutung Arbeit in Zukunft erhält. Der Kern des New-Work-Ansatzes geht dabei auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück. Dieser baute in den 1970er Jahren das Konzept auf den drei Säulen Selbstständigkeit, Freiheit sowie Teilhabe an der Gemeinschaft auf. Daran knüpft auch der aktuelle Zeitgeist an, der das Thema Individualität in den Fokus rückt. Nach eigenen Wünschen zu gestalten und mitzubestimmen, liegt im Trend, egal ob es sich um das persönliche Frühstücksmüsli oder das Lebensmodell handelt. Da Berufstätige nicht mehr bis zum Feierabend oder zum Wochenende oder auf den Ruhestand warten möchten, um ihr Leben zu genießen, stellt der Nine-to-five-Job kein zeitgemäßes Konzept mehr dar. Stattdessen möchten Mitarbeiter flexibel auf das Leben mit seinen Aufgaben und Annehmlichkeiten reagieren.
Doch nicht nur die Arbeitszeiten, auch die Arbeitsplätze gestalten sich zunehmend flexibler. Beim Konzept des Shared Desk beispielsweise ist die Zahl der Arbeitsplätze geringer als die Anzahl der Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass jeder am Ende seines Arbeitstages den Platz wieder räumt und sich am nächsten Arbeitstag einen neuen Platz sucht. Laut Studien des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation stärkt eine flexible Bürostruktur die Produktivität der Mitarbeiter, da sie den Ort ihrer jeweiligen tagesaktuellen Arbeit entsprechend wählen können.



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