Universität Passau 10.03.2019, 17:37 Uhr

classEx@school erobert die Schulen

Einen spielerischen Zugang zur Volkswirtschaftstheorie ermöglicht die Software classEx, die an der Universität Passau erprobt und inzwischen für den Einsatz an Schulen weiterentwickelt wurde.
Einen spielerischen Zugang zur Volkswirtschaftstheorie ermöglicht die Software classEx.
(Quelle: Universität Passau )
Wenn alle so viel wie möglich von einem begehrten Gut haben, dann landen sie im Allmende-Dilemma: Je knapper das Gut wird, desto schärfer wird die Konkurrenz darum - und wenn sich das Gut dadurch erschöpft, schadet das allen. Was zunächst sperrig klingt, setzt die Software classEx@school spielerisch auf dem Smartphone um: Das Allmendegut ist im Spiel ein Fischteich. Die Schülerinnen und Schüler sollen per Handy möglichst viele Fische aus diesem Teich angeln. Das Perfide daran: Wählen alle Schülerinnen und Schüler jeweils die maximale Anzahl an Fischen, die sie entnehmen können, dann ist der Teich leer - es gibt keine Fische mehr, sodass sich der Fischteich nicht mehr regenerieren kann.
»ClassEx@school ist eine Web-Anwendung, mit der Schülerinnen und Schüler über Smartphones im Unterricht ökonomische Konzepte wie die Rivalität um Allmendegüter hautnah erleben können«, sagt Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Passau. »Die Schülerinnen und Schüler müssen eigene Entscheidungen treffen und finden so leichter Zugang zu den Modellen«, ergänzt Dr. Marcus Antonio Giamattei.
Ein Beispiel dafür wäre eben das Spiel um den Fischteich. Darüber hinaus bietet classEx@school interaktive Experimente für Konzepte wie die unsichtbare Hand des Marktes, den Konflikt zwischen Eigeninteressen und kollektiven Interessen, das Auftreten von Marktversagen oder die Stabilität ökonomischer Gleichgewichte. Teil der Software sind Quizfragen, um den Lernfortschritt zu überprüfen. Außerdem wertet die Webanwendung die Ergebnisse sofort aus und bereitet sie graphisch auf. Die Lehrkräfte können diese also direkt im Unterricht diskutieren - unmittelbar nachdem die Schülerinnen und Schüler die eigenen Erfahrungen mit den Modellen gemacht haben.



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