FAU-Forschungsteam 07.11.2019, 10:32 Uhr

KI in der klinischen Entscheidungsfindung

Künstliche Intelligenz (KI) hält nach und nach auch in Kliniken Einzug.
Prof. Dr. Peter Dabrock ist Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie (Ethik) an der FAU.
(Quelle: FAU/David Hartfiel)
Gesteigerte Rechenleistung, intensivierte Generierung von Daten sowie Fortschritte im Bereich des Machine Learning versprechen neue Möglichkeiten in der medizinischen Forschung und Versorgung. Zugleich rücken eine ganze Reihe ethischer und rechtlicher Fragen in den Mittelpunkt. Wie verändert KI die Rollen von Ärzt und Patient, wenn KI bei Diagnoseverfahren eingesetzt wird? Und wer ist in medizinischen Kontexten für die Folgen KI-gestützter Prozesse verantwortlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Forschungsvorhaben unter Leitung von Ethiker Prof. Dr. Peter Dabrock von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Anwendungen sogenannter künstlicher Intelligenz (KI) haben bereits begonnen, verschiedenste Lebensbereiche zu durchdringen. Besonders große Hoffnungen werden in der klinischen Versorgung geweckt. Hier versprechen computergestützte, automatisierte und selbstlernende Systeme, Entscheidungen über den Gesundheitszustand verlässlich und kostengünstig zu optimieren.
Auch wenn vieles davon noch Zukunftsmusik ist, sind erste Anwendungen bereits in der Praxis angekommen. Insbesondere bildgebende Diagnoseverfahren haben frühzeitig das Interesse großer Technologiekonzerne geweckt. Google hat 2016 beispielsweise eine Deep-Learning-Anwendung vorgestellt, die zur Erkennung von Erkrankungen der Netzhaut konzipiert wurde. Microsoft ist auf dem Gebiet der automatisierten Analyse radiologischen Bildmaterials aktiv und versucht, die zeitaufwendige und potenziell fehleranfällige Lokalisierung von Tumoren mit KI zu vereinfachen. IBM setzt KI ein, um die Wahl von Krebstherapien zu optimieren.



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