TU Berlin 28.01.2019, 08:35 Uhr

KI-Technologie demokratisieren

Deutschland will an die Weltspitze – so haben es die deutschen Politiker bei der Veröffentlichung der KI-Strategie Ende vergangenen Jahres verkündet.
Prof. Dr. Volker Markl von der TU Berlin schlägt eine deutschlandweite, unabhängige Daten- und Analyseinfrastruktur vor.
(Quelle: TU Berlin/PR/Phil Dera)
Dr. Volker Markl, Professor für Datenbanksysteme und Informationsmanagement an der TU Berlin, Chief Scientist am DFKI in Berlin und Mitgestalter dieser KI-Strategie sieht aber noch erheblichen Nachholbedarf - sowohl bei den deutschen Unternehmen als auch der Politik. Woran es in Deutschland seiner Ansicht nach fehlt, kann er klar benennen.
Drei Milliarden Euro will die Bundesregierung bis 2025 im Rahmen der deutschen KI-Strategie investieren. Mit 20 Milliarden Euro bis 2020 plant die Europäische Kommission. Im Bereich der Grundlagenforschung ist Deutschland bisher noch gut aufgestellt. Jedoch ist der Wettbewerbsdruck enorm gestiegen, da international derzeit sowohl von Regierungen als auch großen Unternehmen massiv investiert wird. »Eine wichtige Rolle in Deutschland spielen die international anerkannten, nationalen Kompetenzzentren zu Big Data und maschinellem Lernen, deren Forschungsgruppen schon seit Jahren Forschung auf Weltniveau leisten und so auch Innovation und Ausbildung vorantreiben. Nur wenn diese Zentren ausgebaut und mit kritischer Masse verstetigt werden, können sie einen Innovationsschub kreieren, aus dem sich die KI- und Data Science-Landschaft in Deutschland auch in die Breite entwickelt«, so Volker Markl.
Um wieder mit Ländern wie den USA oder China in einer Liga zu spielen, schlägt der KI-Forscher eine unabhängige Infrastruktur zur Datenverwaltung und -analyse vor, die den Produktionsfaktor Daten sowie die Kapazität für deren Verarbeitung und Nutzung durch Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger bereitstellt. »Der Erfolg von KI entscheidet sich aus dem Zusammenwirken von Daten, Algorithmen und Anwendungen in effizienten Verarbeitungsinfrastrukturen. Es ist extrem wichtig, das gesamte System von Hardware, Software, Daten und Algorithmen zu betrachten sowie die Community und Marktmechanismen zu berücksichtigen.«


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