Quantencomputer 12.12.2021, 11:18 Uhr

Entwickler machen gemeinsame Sache

Quantencomputer versprechen ungekannte Rechenpower für Anwendungen, an denen herkömmliche Rechner prinzipiell scheitern.
Justage von Laserstrahlen für den Demonstratoraufbau eines Ionenfallen-Quantencomputers.
(Quelle: www.quantentechnologien.de)
Im Projekt »Quantencomputer mit gespeicherten Ionen für Anwendungen« (ATIQ) entwickeln 25 Partner aus Forschungseinrichtungen mit Industriepartnern nun Quantencomputer-Demonstratoren, die gemeinsam mit Anwendern von Quantencomputern realisiert werden. Dabei gehen die Partner große technische Herausforderungen an, um deutsche Quantencomputer-Demonstratoren zu realisieren und Nutzern im 24/7 Betrieb zugänglich zu machen. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit insgesamt 37,4 Millionen Euro.
Ziel von ATIQ ist es, innerhalb von 30 Monaten eine erste Generation von zuverlässigen, anwenderfreundlichen und rund um die Uhr verfügbaren Quantencomputer-Demonstratoren auf Basis der Ionenfallen-Technologie zu entwickeln. Dazu haben sich die führenden Gruppen der Ionenfallenforschung an den Universitäten in Hannover/Braunschweig, Siegen und Mainz mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammengeschlossen. »Wir wollen gemeinsam den nächsten großen Schritt machen. ATIQ soll der Kristallisationspunkt für ein deutsches Ökosystem der Ionenfallen-Quantentechnologie sein, das Technologiepartner, Wissenschaft und Anwender zusammenbringt und zu relevanten kommerziellen Verwertungen führt«, fasst Projektkoordinator Professor Christian Ospelkaus von der Leibniz Universität und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig die Motivation zusammen.
Statt klassischen Bits verwendet ein Quantenrechner Qubits. »Ionen sind ideale Qubits. Sie werden uns von der Natur selbst bereitgestellt, sind immer identisch, ihre Eigenschaften sind zudem mit höchster Genauigkeit bekannt. Wir werden im Rahmen von ATIQ neue Methoden erforschen, diese perfekten Qubits auch in großen Quantenregistern zu kontrollieren«, meint Professor Christof Wunderlich von der Universität Siegen. »Gerade, wenn man einen klassischen Hochleistungsrechner mit solch einem Quanten-Koprozessor verbindet, ist dieses Gespann unschlagbar bei neuen Rechenaufgaben«, ergänzt Professor Ferdinand Schmidt-Kaler von der Universität Mainz.




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