Software Freedom Conservancy 06.07.2022, 16:28 Uhr

Querelen um den GitHub-Copilot

Die gemeinnützige Software Freedom Conservancy, die unter anderem Rechtsberatung für Open-Source-Softwareprojekte anbietet, hat die Open-Source-Gemeinschaft dazu aufgerufen, GitHub zu verlassen. Grund ist die kommerzielle Version von GitHub Copilot.
Die Software Freedom Conservancy rät dazu, GitHub wegen der kommerziellen Version des GitHub Copilot zu verlassen
(Quelle: GitHub.com)
Die Software Freedom Conservancy wird von einer Reihe namhafter Unternehmen wie Google, Red Hat sowie Mozilla finanziell unterstützt und zählt mehr als 40 Projekte zu ihren Mitgliedern, darunter Git (auf das sich GitHub stark stützt), Selenium und Godot.
Kern des Problems und ein Zankapfel in der Softwareentwicklungsszene ist seit dem Copilot-Debüt, dass Copilot ein proprietärer Dienst ist, der auf die Arbeit der Open-Source-Gemeinschaft aufbaut. Copilot wurde in Zusammenarbeit mit OpenAI entwickelt, das mit einer riesigen Menge an öffentlichem Quellcode und natürlichen Sprachmodellen trainiert wurde.
Copilot wirft wichtige Fragen darüber auf, wer tatsächlich ein Stück Software geschrieben hat. Wenn Copilot also Code von einem Projekt ausleiht und ihn dem Autor eines anderen Projekts vorschlägt: Öffnet das die Schleusen für Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen?
Angesichts der Tatsache, dass der Geist von Open-Source-Software auf der Vorstellung beruht, dass alle für das Allgemeinwohl zusammenarbeiten und keine Partei mehr profitiert als eine andere, hat die Entscheidung von GitHub, Copilot für 10 Dollar/Monat anzubieten (obwohl es für einige Entwickler kostenlos ist) und dabei nur minimale Einblicke in die spezifischen Daten zu gewähren, die zum Trainieren des Systems verwendet wurden, die Software Freedom Conservancy dazu veranlasst, die interne Nutzung von GitHub zu beenden und die Open-Source-Gemeinschaft aufzurufen, GitHub den Rücken zu kehren.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie in diesem Beitrag von Paul Sawers sowie im bereits etwas älteren Artikel «If Software is My Copilot, Who Programmed My Software?» von Bradley M. Kuhn.




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