Minisatellit 25.01.2021, 08:18 Uhr

Schnellere Datenübertragung aus dem All

Mehr als 2000 funktionsfähige Satelliten umrunden die Erde. Und es wird noch voller: Einige Unternehmen wollen in den kommenden Jahren zigtausend zusätzliche Satelliten ins All schießen.
Der EIVE-CubeSat besteht aus würfelförmigen Elementen und wird ungefähr so groß wie ein Schuhkarton.
(Quelle: Universität Stuttgart/IRS )
Allein die Raumfahrtfirma SpaceX, an deren Spitze Tesla-Chef Elon Musk steht, plant, bis 2022 mit mehr als 1500 Satelliten Breitbandinternet anzubieten. »Satelliten sind schon heute Teil der weltweiten Internetinfrastruktur«, erklärt Sabine Klinkner, Professorin am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart. »Die heutigen Frequenzbänder, die für den Datentransfer via Satelliten bereitstehen, sind aber schon ziemlich ausgelastet.«
Damit die Daten künftig nicht nur in den Glasfaser- und den neuen 5G-Mobilfunknetzen flott unterwegs sind, müssen daher auch die Funkverbindungen zu den betreffenden Satelliten aufgebohrt werden. „Hierfür müssen wir neue Frequenzbänder erschließen“, sagt die Stuttgarter Raumfahrtingenieurin. Daran forscht sie mit ihrem Team im 2019 gestarteten Projekt EIVE (Exploratory In-Orbit Verification of an E/W-Band Satellite Communication Link).
EIVE, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wird koordiniert vom Institut für Robuste Leistungshalbleitersysteme (ILH) unter Leitung von Prof. Ingmar Kallfass. Zum Stuttgarter Team aus ILH und IRS kommen weitere Partner: das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF sowie die beiden Unternehmen RPG-Radiometer Physics und Tesat-Spacecom. In dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt entsteht ein Minisatellit, mit dem eine breitbandige Funkverbindung zu einer Bodenstation in einem bislang ungenutzten Frequenzbereich zwischen 71 und 76 Gigahertz erprobt werden soll.


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