Microsoft 03.06.2018, 11:00 Uhr

Distanz zum Datenhunger der Internet-Konzerne

Es ist die Saison der Entwicklerkonferenzen, auf denen die Tech-Konzerne Neuheiten vorstellen, aber oft auch strategische Botschaften vermitteln wollen.
Microsoft-Chef Satya Nadella auf der Entwicklerkonferenz Build 2018.
Und die Differenzen beim Thema Datenschutz sind auffällig. Als Facebook dieses Jahr wieder mit seiner Konferenz F8 den Anfang machte, versprach Gründer und Chef Mark Zuckerberg abermals mehr Verantwortung nach dem jüngsten Datenskandal - und kündigte dann einen Service zur Partnersuche an, der noch ein neues Datenfass aufmachen wird. Bei den Ankündigungen der Google I/O spielte Datenschutz nur eine Nebenrolle abseits der großen Bühne.

Nadella hingegen begrüßt ausdrücklich die europäische Datenschutzrichtlinie, die ab Ende Mai greifen wird. Auch Apple sieht sich hier auf einer Linie mit den Europäern und Firmenchef Tim Cook bezeichnete Datenschutz ebenfalls als Menschenrecht.

Nadella positionierte auf der hauseigenen Messe Build in Seattle sein Unternehmen in einer neuen Rolle: Er will Microsoft zum moralischen Anführer der digitalen Industrie im 21. Jahrhundert machen. Man müsse zunächst einmal die Rahmenbedingungen setzen, fordert der Microsoft-Chef, bevor Algorithmen und künstliche Intelligenz vielleicht sogar über Leben und Tod entscheiden dürfen.

Der Microsoft-Chef spielt nicht nur die physische Distanz zwischen Seattle und dem Silicon Valley aus, sondern auch einen grundsätzlichen Unterschied. Google und Facebook bestreiten ihr Geschäft mit Online-Werbung und brauchen Nutzerdaten. Microsoft setzt dagegen auf die modernisierte Version seines traditionellen Bezahlmodells. Wurden früher DVDs mit Softwarelizenzen verkauft, sind es jetzt immer mehr Abonnements im Internet, für Dienste und Services wie Office 365 oder die Cloud-Plattform Azure. Auch Apple verdient sein Geld mit dem Verkauf von Geräten und betont, man sei nicht auf Datensammeln angewiesen.


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