Akamai 02.01.2018, 10:27 Uhr

Bedrohungslage im Jahr 2018

Die Bedrohungslage hat sich im vergangenen Jahr stark verändert. Schwachstellen in Web-Frameworks und Content-Management-Systemen wie Apache Struts, WordPress und Joomla zählten 2017 zu den größten Problemen im Bereich Web Application Security.
Akamai macht zahlreiche Bedrohungen aus, auf die Unternehmen 2018 besonders gefasst sein müssen.
Sicherheitsmaßnahmen, die 2017 noch als wirksam eingestuft wurden, werden 2018 wirkungslos sein. Jay Coley, Senior Director Security Strategy & Planning von Akamai, hat untersucht, welche Dimensionen von Cyberbedrohungen Unternehmen 2018 erwarten und warum es unerlässlich ist, eine neue Evaluierung von Wirksamkeit und Risiko vorzunehmen.

Jay Coley geht davon aus, dass immer neue Angriffsszenarien und sich immer schneller anpassende Codes die Sicherheitslage zu einem Tanz auf dem Vulkan machen. Die Abstände von der gerade überstandenen bis zur nächsten Attacke werden immer kürzer und die Angriffshäufigkeit nimmt weiter zu. Allein 2017 habe sich das Zeitfenster für Unternehmen, die eigenen Systeme zu patchen, von Monaten oder Jahren auf Wochen oder Tage verkürzt. Zero-Day-Angriffe würden schwerwiegende Auswirkungen auf Unternehmen haben, wenn keine Zeit für das Aufspielen der Patches bleibt.

Jay Coley weiter: »Das Jahr 2017 habe bereits gezeigt, was eine der größten Bedrohungen in der Zukunft sein wird: kriminelle Organisationen. Unterstützt und sogar gedeckt von Wettbewerbern und Staaten, werden Hacker und damit auch ihre Angriffe 2018 noch raffinierter, noch hartnäckiger. Die Professionalisierung von Hackern heben Attacken auf ein ganz neues Level, das weit über das hinausgeht, was Unternehmen bisher kannten und abzuwehren vermochten. Hacker werden mehr Ressourcen und Verbündete zur Verfügung haben, die dabei helfen, spezifische, noch nie dagewesene Tools zu entwickeln. Somit werden organisierte Hackergruppen gefährlicher sein als es Einzelgänger oder Kleingruppen jemals waren. Für viele Unternehmen wird es so nahezu unmöglich, Angriffe dieser Art zuzuordnen, nachzuweisen oder gar abzuwehren.«

Je mehr IoT-Geräte ans Netz gehen, umso zentraler wird auch das Thema Softwaresicherheit. Dabei werden aber nicht nur anfällige Geräte zum beliebten Angriffsziel, sondern auch die Privatsphäre der Verbraucher. Wenn es um IoT geht, legen Konsumenten mehr Wert auf neue Features und Kosten als auf Sicherheit und Privatsphäre. Warum? Weil Sicherheitsfunktionen bei Verbrauchern oft für Unmut sorgen, da sie den Bedienkomfort schmälern oder die Geräte teurer machen. Im Ergebnis geben Nutzer die Sicherheit oftmals für Features und Komfort auf. Und Hersteller richten sich wiederum nach der Nachfrage und definieren Sicherheit seltener als Verkaufsargument. Also werden diese Geräte weiterhin missbraucht, um DDoS-Kampagnen und andere Arten von Attacken zu initiieren.

Angreifer haben es 2018 auf Datenbanken abgesehen, insbesondere auf Krankenakten und Finanzunterlagen. Besonders Gesundheitsdaten, die nur so vor sensiblen personenbezogenen Daten strotzen, werden auf dem Schwarzmarkt hoch gehandelt. Wie leicht oder schwer können es biometrische Authentifizierungsverfahren den Angreifern machen? Ob als Face-ID oder Fingerabdruck auf unseren Smartphones und Tablets, biometrische Zugriffskontrollen gehören schon fest zum Alltag. In puncto Datenschutz und personenbezogene Daten sollen sie für die nötige Sicherheit sorgen; vielerorts hinterlassen sie aber einen schalen Beigeschmack: Fitness-Tracker sind hier ein Paradebeispiel für den Gesundheitssektor. Sie zeichnen Herzfrequenz, Blutdruck und nahezu alle biometrischen Daten eines Individuums auf. Wenn diese Daten in die falschen Hände geraten, können sie gegen das Individuum verwendet werden. Einma! l komprom ittiert, ist die Fähigkeit, sich sicher in einer Datenbank zu authentifizieren, für immer gefährdet. Rechtliche und ethische Diskussionen werden somit noch stärker in den Fokus rücken.



Das könnte Sie auch interessieren