Herausforderung Künstliche Intelligenz 09.06.2020, 09:09 Uhr

Übertriebene Erwartungen

KI-basierter Systeme können aber nicht alle Erwartungen erfüllen.
(Quelle: Bild: Shutterstock /  Sergej Tarasov)
Es war eine Sternstunde der KI-Forschung: Google-CEO Sundar Pichai demonstrierte live auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2018 einen Sprachbot, dessen Konversationsfähigkeiten sich nicht mehr von denen eines Menschen unterscheiden ließen. Der Google-Assistent unterhielt sich locker mit seinen Gesprächspartnern, buchte einen Friseurtermin und ließ sich selbst von einer begriffsstutzigen Restaurantmitarbeiterin nicht aus der Ruhe bringen, die seine Reservierungsversuche torpedierte. Sogar typisch menschliche Füllwörter wie mh und äh fügte der Assistent in seine Rede ein. Basis dieser Revolution sei die Technologie Google Duplex, so Pichai, an der das Unternehmen seit Jahren arbeite.
Doch schon bald nach der beeindruckenden Demo mehrten sich Zweifel an der Echtheit der vorgespielten Konversationen. Nach Ansicht der investigativen Nachrichtenseite Axios unterschieden sich die Aufnahmen deutlich von realistischen Anrufen bei Friseuren oder in Restaurants. Die Gesprächspartner nannten nicht wie üblich den Namen des Betriebs, es gab keinerlei Hintergrundgeräusche und es wurden keine Telefonnummern abgefragt. Google reagierte auf diese Vorwürfe mit Schweigen, Nachfragen wurden nicht beantwortet.

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