PwC-Studie zu Startups 01.10.2018, 07:38 Uhr

Mitarbeitersuche ist wegen des Fachkräftemangels schwierig

Die Wachstumseuphorie unter deutschen Startups hält an: Zwei Drittel der jungen Unternehmen rechnen für 2018 mit einem Umsatzzuwachs – im Durchschnitt liegt die Erwartungshaltung jedoch bei etwas konservativeren acht Prozent gegenüber zwölf Prozent im Vorjahr.
Die größten Herausforderungen für Startups in Deutschland.
(Quelle: www.pwc.de )
Auch der erwartete Ausbau der Belegschaft geht 2018 langsamer voran: 2018 sind es nur noch 61 Prozent, die im Bereich Personal um durchschnittlich acht Prozent wachsen möchten – 2017 lagen diese Werte bei 67 und 16 Prozent. Das zeigt die Studie »Startup-Unternehmen in Deutschland 2018« der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 1.000 Startups befragt wurden.

Personalplanung und -rekrutierung rangieren auf der Liste der Herausforderungen ganz oben: 50 Prozent halten sie für (sehr) groß. Dabei ist die Mitarbeitersuche – vor allem wegen des Fachkräftemangels und zu hoher Gehaltsforderungen – für 62 Prozent der Befragten sehr oder eher schwierig. Damit bleibt der Wert auch verglichen mit dem Vorjahr (68 Prozent) auf hohem Niveau. Überdurchschnittlich stark sind die größeren Scale-ups mit 50 und mehr Beschäftigten betroffen. Hier sagen 77 Prozent, dass die Suche nach Mitarbeitern schwierig ist. Gesucht werden in erster Linie Programmierer, IT-Sicherheitsexperten und Entwickler, also Berufsfelder aus dem MINT-Bereich, bei denen Start-ups mit vielen anderen Unternehmen konkurrieren. So gaben zum Beispiel fast 60 Prozent von 370 deutschen Mittelständlern im aktuellen European Private Business Survey von PwC an, der Fachkräftemangel sei das größte Wachstumsrisiko.

Neben steuerlichen und rechtlichen Themen auf den Plätzen zwei und drei nennen mehr als ein Drittel der Befragten die Unternehmensfinanzierung als große Herausforderung. Dazu passt, dass sich 47 Prozent schwer damit tun, ihre Kapitalgeber von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Demzufolge planen nur wenige Start-ups eine Folgefinanzierung: elf Prozent – das ist ein weiterer Rückgang nach den bereits niedrigen Werten in 2017 (16 Prozent) und 2016 (17 Prozent). Insgesamt spielt Fremdkapital bei der Gründungsfinanzierung eine immer wichtigere Rolle: Nur zehn Prozent der Befragten haben ausschließlich auf Eigenfinanzierung gesetzt. Das Gros – 77 Prozent – setzt auf eine Mischfinanzierung. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 65 Prozent im Jahr 2017 und 53 Prozent im Jahr 2016.

Insgesamt herrscht in Deutschland eine hohe Zufriedenheit mit dem Startup- Ökosystem. Im Schnitt sind wie im Vorjahr knapp 90 Prozent der Befragten sehr oder eher zufrieden mit ihrem Umfeld.


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