LinkedIn-Studie 06.01.2020, 08:13 Uhr

Netzwerken im Beruf

Geht es um das Thema Netzwerken, teilt sich Deutschland in zwei Lager: Der einen Seite macht der Aufbau des eigenen Netzwerks Spaß (47 Prozent), der anderen ist es eher unangenehm (43 Prozent).
LinkedIn-Studie: Beim Thema Netzwerken ist Deutschland geteilt.
(Quelle: www.linkedin.com )
Auch 49 Prozent derer, die nicht gerne netzwerken, halten das Thema allerdings für wichtig. So lauten Ergebnisse einer Umfrage der Marktforschung YouGov im Auftrag von LinkedIn. Netzwerken sichert ab, so die Befragten, gegen die Schnelllebigkeit, Komplexität und Unsicherheit unserer Zeit (jeweils mehr als 70 Prozent). Gleichzeitig wollen Netzwerker Neues lernen und sich von Menschen inspirieren lassen – und sie versprechen sich mehr Erfolg in der Karriere.
»Arbeitnehmer in Deutschland haben verstanden, wie wichtig ein Netzwerk heutzutage ist – aber es geht nicht allen ganz leicht von der Hand«, sagt Barbara Wittmann, Country Managerin DACH bei LinkedIn. »Mein Rat ist es, sich Zeit zu nehmen, die beruflichen Kontakte zu pflegen und auszubauen. Wie unsere Umfrage zeigt, erschließen sich dadurch nicht nur berufliche Möglichkeiten, sondern auch neue Perspektiven und Orientierung. Wir haben die Thematik zudem global untersucht und bestätigt bekommen, dass Menschen mit einem starken Netzwerk zufriedener mit ihrer Karriere (83 Prozent) und ihrem Gehalt (72 Prozent) sind.«
Weder beim Geschlecht noch innerhalb verschiedener Altersgruppen noch bei unterschiedlichen Bildungsabschlüssen lassen sich signifikante Unterschiede in Bezug darauf feststellen, ob jemand gerne netzwerkt oder nicht. Einzig die jungen Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren weichen ein wenig vom Durchschnitt ab, halten den Aufbau eines Netzwerks im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen hinweg einerseits für am wichtigsten (69 Prozent), andererseits geben sie am häufigsten an, dies nicht gerne zu tun (48 Prozent). Über die Hälfte der jungen Arbeitnehmer, und damit mehr als in jeder anderen Altersgruppe, möchte ihr Netzwerk nutzen, um ihren beruflichen Werdegang proaktiv weiterzuentwickeln.
Der Aufbau des eigenen Netzwerks erfolgt meist nicht zielgerichtet und strategisch (12 Prozent), sondern überwiegend zufällig und in der Komfortzone des eigenen Bekanntenkreises. 42 Prozent aller Befragten bauen ihr Netzwerk außerdem nicht aktiv aus, sondern lassen es sich von allein entwickeln. Prof. Dr. Christian Stegbauer, Netzwerkforscher an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, sieht diesen Ansatz nicht negativ: »Ein heterogenes Netzwerk, in dem sich auch private Kontakte finden, erhöht die Chancen auf verschiedene Perspektiven und neues Wissen. Arbeitnehmer wissen, dass die schnellen Veränderungen in Technologie und Wirtschaft eine höhere Flexibilität voraussetzen als früher. Persönliche Kontakte helfen enorm bei der Anpassung, aber auch beim nächsten Karriereschritt. Viele Arbeitsplätze werden ohne Ausschreibung vergeben. Der persönliche Kontakt in ein Unternehmen erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung.«



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