Fitness-Apps 14.01.2020, 20:02 Uhr

Blauäugiges Vertrauen

Rund 15,6 Millionen Deutsche können nicht irren: Fitness-Apps liegen im Trend. Sie analysieren den Schlaf und das Stressniveau der Nutzer oder erinnern sie daran, sich mehr zu bewegen und gesünder zu essen.
Fitness-Apps: Eine neue Studie gibt Aufschluss darüber, wie wichtig den Nutzern Funktionalität und Datensicherheit sind.
(Quelle: Bold )
Etwa 438 Millionen Euro Umsatz macht die Branche in diesem Jahr voraussichtlich mit den Apps und den dazugehörigen Technologien wie beispielsweise Fitness-Armbändern. Doch was führt überhaupt dazu, dass Menschen Fitness-Apps nutzen, und warum deinstallieren sie die Anwendung nicht nach einigen Tagen wieder genervt? Eine Frage, die sich auch Dr. Lena Busch stellte. Dank der Nachwuchswissenschaftlerin ist nun erstmals belegt, dass Menschen die Apps vor allem dann verwenden, wenn sie ein hohes Vertrauen in die Technologien haben – sie also hilfreich und sinnvoll finden. Wer zudem den Eindruck hat, dass die Fitness-App die Funktionen hat, die für das eigene Training gebraucht werden, nutzt die Apps länger.
In ihrer Dissertation am Graduiertenkolleg »Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt« an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster belegte Lena Busch, dass Vertrauen, Nutzung und körperliche Aktivität zusammenhängen. »Das ist eine wichtige Erkenntnis für die Sportpsychologie, denn viele gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Diabetes oder Haltungsschäden gehen darauf zurück, dass sich die Menschen zu wenig bewegen«, erläutert sie. »Wenn die Apps gezielter an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden, kann das zu einer häufigeren und längeren Nutzung beitragen.«
Nach aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation ist fast jeder dritte Europäer übergewichtig. Vorangegangene Studien konnten bereits zeigen, dass Fitness-Armbänder dabei helfen können, sich mehr zu bewegen. Die meist mit einer auf dem Smartphone installierten App verbundenen Armbänder messen mittels verschiedener Sensoren Gesundheitsdaten wie den Puls, das Stresslevel und zählen die gelaufenen Schritte pro Tag – aus Sicht des Verbraucherschutzes besonders sensible Daten. Anschließend belohnen sie den Nutzer mit virtuellen Abzeichen und Lob, wenn dieser ein Tagesziel erreicht hat.
Jeder vierte deutsche Internetnutzer setzt laut Statistikportalen auf diesen Motivationseffekt und hat eine Gesundheits-App auf seinem Smartphone installiert. Doch die Abbruchquoten in der Anwendung sind hoch: Etwa 30 Prozent der Nutzer deinstallieren ihre Apps wieder. Überraschend ist, dass es für den Verzicht auf die Apps kaum eine Rolle spielt, ob die Nutzer sie für sicher halten oder nicht.



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