WWDC19 03.06.2019, 14:08 Uhr

Was von Apples Entwicklerkonferenz WWDC zu erwarten ist

Facebook, Google und Microsoft haben mit ihren Entwicklerkonferenzen vorgelegt - nun ist Apple dran: Auf der WWDC verkündet Apple-Chef Tim Cook die Perspektiven für die kommenden Monate. Die Erwartungen an den iPhone-Konzern sind hoch.
(Quelle: Apple )
Unter so viel Druck ging Apple schon lange nicht mehr in eine seiner WWDC-Entwicklerkonferenzen wie in diesem Jahr. Die iPhone-Verkäufe sinken, vor allem wegen des schwachen Markts in China. Das App-Store-Geschäft steht im Visier einer Wettbewerbs-Beschwerde in der EU und einer Verbraucherklage in den USA. Und manche Entwickler wollen sich nicht damit zufrieden geben, dass Apple bestimmte Funktionen wie den NFC-Chip auf dem iPhone oder die Daten zur Gerätenutzung exklusiv nutzt. Doch trotz der Herausforderungen kann Apple die Entwickler mit einem schlagenden Argument locken. Es gibt über 1,4 Milliarden Geräte, die mit einem Apple-Betriebssystem laufen und mit Apps versorgt werden wollen. Dazu kommt: Apple-Kunden sind eher bereit, für Apps und Services Geld auszugeben als Nutzer von Android-Smartphones.
Wenn Apple-Chef Tim Cook auf die Bühne des McEnery Convention Centers in San Jose tritt, sind die Erwartungen hoch. Es wäre nicht Apples Art, die Herausforderungen bei einer WWDC direkt auszusprechen, aber über die Keynote verstreut dürften sich die Gegenargumente des Konzerns finden. Die wichtigste Aufgabe der WWDC ist es jedoch, App-Entwicklern und Nutzern einen Ausblick auf die nächste Version der Betriebssysteme für iPhone, iPad, Mac und die Apple Watch zu geben.
Die Apple-Konkurrenten haben vor einigen Wochen den Druck erhöht: Facebook sprang mit vollmundigen Versprechen auf den Datenschutz-Zug auf, den Apple jahrelang für sich reklamiert hatte. Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte den DatenschutzAnzeige Private Business Cloud zum Menschenrecht und lieh sich damit das Motto, das Apple-Chef Tim Cook seit Jahren verkündet. Und Google demonstrierte eine Version seines Assistant, die viel schneller reagiert als Apples Siri.
Die Zuschauer zu überraschen, wird für Apple in diesem Jahr nicht so einfach, denn schon vor Wochen sickerten viele Neuerungen durch. So berichteten das Blog 9to5Mac und der Finanzdienst Bloomberg zum Beispiel, dass mit iOS 13 das iPad zum Zusatz-Display für einen Mac werden kann und auf den iPhones unter anderem die Mail- sowie die Karten-App, der Browser Safari und der Chatdienst iMessage neue Funktionen bekommen. Außerdem soll es demnach einfacher werden, iPad-Apps auf den Mac zu bringen. Und der Multimedia-Dinosaurier iTunes solle in einzelne Apps wie «Musik» und «Podcasts» aufgesplittet werden.
Apples Computer-Uhren sollen den Berichten zufolge einen eigenen App Store direkt auf den kleinen Geräten bekommen. Hier besitzt Apple gegenüber den Wettbewerbern einen großen Vorsprung. Google gelang es trotz mehrer Anläufe nicht, mit seinem Android-System für Smartwatches zu punkten. Die Apple Watch dominiert den Markt und bietet auch den Entwicklern rosige Aussichten. Koppelt Apple sie vom iPhone ab, würde das einen größeren Markt über Nutzer des Smartphones mit Apfel-Logo hinaus bedeuten.
Apple schreckt allerdings auch nicht davor zurück, App-Entwicklern mit eingebauten eigenen Funktionen direkte Konkurrenz zu machen. So soll die Watch demnach Erinnerungen für die Einnahme von Medikamenten bekommen. So etwas bietet derzeit schon zum Beispiel der deutsche Dienst MyTherapy an.


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