Touchscreens 14.08.2022, 11:12 Uhr

Angriff aus der Ladebuchse

Touchscreens von Mobilgeräten lassen sich über Ladekabel und Netzteile angreifen und manipulieren.
Das Data Acquisition Device (DAQ) wird genutzt um den Angriff zu synchronisieren, der Signal Generator erstellt daraufhin das Angriffssignal welches durch den Verstärker (Amplifier) an das Gerät des Nutzers geschickt wird.
(Quelle: www.tu-darmstadt.de)
Das haben Forscher am System Security Lab der TU Darmstadt gemeinsam mit einem chinesischen Forscherteam herausgefunden. Mehrere Smartphones und eigenständige Touchscreen-Panels konnten im Praxistest durch simulierte Berührungen, so genannte Ghost Touchs, kompromittiert werden.
Das internationale Forschungsteam musste dabei zwei Herausforderungen überwinden. Erstens: die kapazitiven Touchscreens über ein reines Ladekabel zu beeinflussen, ohne die Hardware zu beschädigen. Elektronische Geräte sind normalerweise mit widerstandsfähigen Filtern in den Stromkreisen ausgestattet, um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Es war notwendig, einen Angriff zu konzipieren der auch funktioniert, wenn Nutzerinnen oder Nutzer in öffentlichen Räumen aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen ein reines Ladekabel ohne Datenkanal verwenden. Zweitens mussten die Berührungspunkte gezielt kontrolliert werden, um das Gerät zu manipulieren. Dies war nötig, damit zum Beispiel kompromittierte Bluetooth-Verbindungen aufgebaut, Nutzende durch einen Telefonanruf abgehört oder Malware empfangen werden können.
Im Versuchsaufbau wurde eine kompromittierte öffentliche Ladestation als Ausgangspunkt des Angriffes angenommen. Dabei kam eine manipulierte USB-Ladebuchse zum Einsatz, deren Stromversorgung aus der Ferne gesteuert werden kann. Solche öffentlich zugänglichen Ladestationen finden sich oft in Cafés, in Krankenhäusern, Hotels oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Wer sein Smartphone oder Tablet an dieser Ladestation lädt, initiiert damit den Angriff, der zu Beginn als normales Ladesignal getarnt ist. Angreifer oder Angreiferin messen die Abtastfrequenz des Touchscreens über die Ladeverbindung, um daran das Angriffssignal anzupassen. Darüber hinaus ist keinerlei Datenverbindung notwendig.
Über die Ladeleitung wird ein ausgeklügeltes Angriffssignal in die GND-Leitung, also in die Masseleitung injiziert. Das Angriffssignal, das über die USB-Schnittstelle eingespeist wird, beeinflusst die Stromversorgung und wird aufgrund fehlender Filterung in ein Rauschsignal umgewandelt. Mithilfe dieser Rauschsignale können drei verschiedene Angriffseffekte erzielt werden, die mit dem typischen Aufbau kapazitiver Bildschirme zusammenhängen.




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