Smart Mobility 11.02.2018, 17:23 Uhr

Wettlauf um neuen Milliardenmarkt

Wer macht das Rennen um digitale Dienstleistungen für Reisende?
Zahlungsbereitschaft für Smart Mobility: Deutsche sind bereit, für neue Mobiltätsdienstleistungen zu bezahlen.
(Quelle: Oliver Wyman)
Neben öffentlichen Transportanbietern bringen sich Autobauer und Internetgiganten in Position. Sie alle wollen sich mit Services für die Reiseabwicklung und Zusatzleistungen unterwegs unentbehrlich machen. Dank der stark wachsenden Zahlungsbereitschaft in Schlüsselländern wie China, den USA und Deutschland entsteht ein neuer Milliardenmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt die Strategieberatung Oliver Wyman in der zweiten Ausgabe ihrer internationalen Mobilitätsstudie »Mobility 2040: The Quest for Smart Mobility«.

»Besonders Geschäftsreisende erwarten personalisierte Mobilitätslösungen von Tür zu Tür, die unterschiedliche Verkehrsmittel flexibel kombinieren«, sagt Joris D'Incà, Partner bei Oliver Wyman und Autor der Studie. »Aber auch bei denjenigen, die in der Freizeit unterwegs sind, wird eine wachsende Nachfrage nach smarten Mobilitätsangeboten entlang der gesamten Reisekette sichtbar - von Planung und Bezahlung über Echtzeit-Informationen unterwegs bis hin zum Feedback, wenn das Ziel erreicht ist.« Die Oliver Wyman-Experten blicken weit in die Zukunft: Auf 200 Milliarden Euro taxieren sie das globale Marktpotenzial für Smart Mobility im Jahr 2040 - vier Milliarden davon in Deutschland.

International wie auch in Deutschland belegt die Studie eine hohe Akzeptanz von intelligenter Mobilität. Über 80 Prozent der befragten Autofahrer äußern hierzulande die Bereitschaft, ihre Reisegewohnheiten zu ändern, um mithilfe smarter Dienstleistungen andere Verkehrsmittel zu nutzen. Auch in entgegengesetzter Richtung steigt die Wechselbereitschaft. Ebenfalls rund 80 Prozent der Nutzer des öffentlichen Verkehrs zeigen sich offen dafür, auf das Auto umzusteigen - smarte Dienstleistungen für die Reise vorausgesetzt. Eine wichtige Rolle dabei könnten autonome Fahrzeuge spielen, die sich derzeit in Tests bewähren sollen. Sie könnten Fahrgäste in Zukunft als autonomes Shuttle zum Ziel bringen - oder vom Büro zum Bahnhof.

Grundsätzlich beobachten die Berater eine wachsende Bereitschaft, für die neuen Dienstleistungen rund um die Organisation der Reise zu bezahlen. Dabei ergeben sich im Ländervergleich deutliche Unterschiede. So sagen 97 Prozent der Chinesen, dass sie auch kostenpflichtige Services nutzen würden - aber erst 77 Prozent der Deutschen. "Die Aufgeschlossenheit der Europäer und Amerikaner wird sich auf diesem Gebiet noch weiter erhöhen", erwartet Schambach.


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