Perspektiven für 5G 25.11.2018, 09:09 Uhr

Erste THz-Richtfunkstrecke mit bis zu 100 Gbit/s

Die Standardisierung von 5G steht kurz vor der Vollendung.
Anwendungen zukünftiger THz-Backhaul-Links in zellularen Netzen.
(Quelle: TU Braunschweig )
Schon heute werden Datenverkehrsdichten von mehreren Terabytes pro Sekunde und pro Quadratkilometer prognostiziert. Für die Verbindung zum Mobiltelefon werden immer mehr Mobilfunkzellen, die nur einen kleinen Bereich abdecken, benötigt, um allen Nutzern die gewünschten hohen Datenraten zu bieten. Jede dieser Zellen muss mit einem Backhaul an das Datennetz eines Mobilfunkanbieters angebunden werden. Nicht immer ist eine Glasfaseranbindung eine gute Option. – Im Projekt ThoR stellen sich Forscherinnen und Forscher aus Europa und Japan zusammen mit Herstellern und Anwendern der Herausforderung, diese immensen Datenmengen mittels THz-Richtfunkstrecken als Backhaul in das Kernnetz der Mobilfunkanbieter zu übertragen.

Das ThoR-Konsortium vereint führende japanische und europäische Akteure aus Industrie, Forschung und Entwicklung sowie der Wissenschaft, deren Vorarbeiten den Stand der Technik in der Terahertz-Kommunikation definieren. Die Koordination übernimmt die Technische Universität Braunschweig gemeinsam mit der Waseda University in Japan. Geplant ist nicht nur, technische Lösungen für das Backhauling und Fronthauling zu entwickeln und zu untersuchen, sondern auch die Demonstration in einer realen Umgebung. Die Universität Stuttgart ist in ThoR zuständig für die Konzeption und den Entwurf der integrierten Terahertz Sende- und Empfangsschaltungen und ist bei der Planung und Durchführung der Datenübertragungsexperimente beteiligt.

Das ThoR-Projekt realisiert mit dem Aufbau einer THz-Richtfunkstrecke erstmals die enorm hohen Echtzeit-Übertragungsraten von bis zu 100 Gbit/s und implementiert erstmals den neuen IEEE-Standard für einen Backhaul oder Fronthaul.

Das ThoR-Projekt wird von der EU durch das Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 (Grant Agreement 814523) und vom National Institute of Information and Communications Technology in Japan mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert. Das Projekt startete am 1. Juli 2018 und endet am 30. Juni 2021.


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