12.04.2010, 17:47 Uhr

Informatica vs. IBM ? Wettbewerb um Stammdatenmanagement

Im Februar dieses Jahres kreuzten das kalifornische Softwarehaus Informatica und IBM ein wenig die Klingen des Wettbewerbs – von der restlichen IT-Welt weitgehend unbemerkt. Leider muss man sagen! Denn hinter dem auf den ersten Blick oberflächigen Vermarktungsgeplänkel steckt ein wichtiger Bereich der Informationstechnik – Stammdatenmanagement. Der im englischen Fachjargon Master Data Management (MDM) genannte Begriff ist eine wichtige Säule des Arbeitens mit Datenbanken und damit der Informationsverarbeitung.
Wegen der zunehmend Verquickung von Programmen der sogenannten Business Intelligence (BI) mit dem Inhalt von Datenbanken zur Echtzeitanalyse von Unternehmensdaten ist MDM praktisch das Pflichtprogramm im Hintergrund, während man BI-Programme als das gefällige Schwungbein der Kür im Vordergrund bezeichnen könnte. Ohne saubere Stammdaten gibt es keine verlässige Analyse. Das vermeintlich langweilige Thema Master Data Management hat somit businesskritische Bedeutung.
Zu den jüngsten Vorgängen in diesem Umfeld: Im Februar gab Informatica die Übernahme von Siperian, einem anerkannten Spezialisten im Bereich Infrastrukturtechnik für Stammdatenmanagement, bekannt. Zur gleichen Zeit veröffentlichte IBM die endgültige Vereinbarung über den Kauf von Initiate Systems, einem Unternehmen in privatem Besitz aus Chicago. Die Software von Initiate Systems wird in den USA vor allem für den Informationsaustausch unter Gesundheits- und Regierungsorganisationen eingesetzt.
Unternehmen im Gesundheitswesen und öffentlicher Verwaltung starten zunehmend Initiativen für Verbesserungen im Gesundheitssektor und eine größere Sicherheit der Bürger. Der Schlüssel für den Erfolg dieser Projekte liege immer in der korrekten Verwaltung sowie der Transfer vertrauenswürdiger Informationen, nannte die IBM als wichtiges Motiv der Übernahme. Informatica geht es wohl darum, seinen Ruf als führender unabhängiger Integrator von Unternehmensdaten durch die Übernahme des MDM-Spezialisten zu stärken.
MDM erlaubt einen ganzheitlichen und einheitlichen Blick auf als Stammdaten wie etwa von Kunden, Angestellten, Bürgern, Niederlassungen und Produkten. Erfolgreiche MDM-Projekte bieten daher eine verbesserte betriebliche Effizienz, eine höhere Kundenbindung und erfolgreiche Einhaltung behördlicher Richtlinien. Analysten rechnen für 2010 mit Investitionen im Bereich MDM-Infrastruktur von einer Milliarde US Dollar. (Rudi Kulzer)



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