Eigenwahrnehmung vs. Fremdbild 25.05.2010, 13:26 Uhr

Wertbeitrag der IT-Abteilungen umstritten

Eine im Herbst 2009 durchgeführte Befragung unter rund 250 Entscheidern aus Deutschland und Österreich zeigt, wie der strategische Nutzen der IT innerhalb des Unternehmens gesehen wird. Aus Sicht der IT-Abteilung geben 84 Prozent der Befragten an, dass ihre Arbeit wesentlich zur Wertschöpfung des Unternehmens beiträgt. Außerhalb der IT-Abteilung sehen nur noch 61 Prozent der Befragten einen strategischen Nutzen der Unternehmens-IT.
Diese Ergebnisse stammen aus einer Umfrage des Dortmunder IT-Dienstleisters MATERNA GmbH zum Thema Status Quo im IT-Service-Management.
"Bei der Bewertung der Unternehmens-IT konnten wir eine beachtliche Diskrepanz zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung der IT-Abteilung feststellen", so Uwe Scariot, Leiter der Business Unit Information bei MATERNA über die Befragungsergebnisse. "Auch wenn diese Lücke über die Jahre kleiner geworden ist, so zeigen unsere Ergebnisse ganz deutlich, dass IT-Leiter verstärkt auf Kommunikationsmaßnahmen setzen müssen, um den strategischen und betriebswirtschaftlichen Wertbeitrag der IT-Abteilung in der Organisation zu verdeutlichen."
Als IT-Dienstleister haben die MATERNA-Berater Einblick in zahlreiche Unternehmen und sind aufgefordert, diese Diskrepanz oftmals auch ganz spezifisch für das aktuelle Projekt zu schließen. Die gesammelten Erfahrungen bündeln die Dortmunder IT-Profis in vier einfache Regeln:
  • Das Tagesgeschäft entscheidet über die Reputation der IT: Gibt es schon Probleme beim alltäglichen IT-Betrieb, verspielt die IT-Organisation ihren Bonus und tut sich schwerer, vorbehaltlose Unterstützung für neue Projekte zu finden.
  • Dialog mit den Abteilungen: IT-Spezialisten sollten die fachlichen Anforderungen kennen, verstehen und die Sprache der Fachabteilung sprechen.
  • Konkrete Planung inklusive Zielvereinbarungen: Aussagen zu Zielen und Terminen von Projekten und Aufgaben des Tagesgeschäfts sollten zwischen den Abteilungen klar definiert werden.
  • Transparenz: Die IT-Abteilung sollte über die Status laufender Projekte ebenso regelmäßig berichten, wie über Leistung, Herausforderungen und Kompetenzen der IT im Tagesgeschäft.
Fast die Hälfte der Personen (46 Prozent) die auf die Befragung geantwortet haben, bekleiden Leitungsfunktionen im Bereich IT. Die Branchenherkunft der befragten Unternehmen ist grundsätzlich heterogen. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf dem IT-Dienstleistungssektor (24 Prozent der Antworten). Direkt danach folgt der Branchen-Cluster Finanzdienstleistungen, Banken und Versicherungen mit 14 Prozent. 81 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beschäftigen mehr als 500 Angestellte, die Mehrzahl (53 Prozent) hat 1.001 bis 5.000 Angestellte. Die IT-Abteilungen der befragten Unternehmen variieren vorrangig zwischen 50 und 500 Mitarbeitern. Bereits seit 2003 führt MATERNA einmal jährlich die IT-Service-Management Executive-Befragung durch. Neben dem deutschsprachigen Raum wird die Befragung ebenfalls in Nordeuropa (Dänemark, Finnland, Schweden) durchgeführt. Die Befragungsergebnisse erhalten Sie hier. (am)


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