Fachkräftemangel 11.06.2018, 07:34 Uhr

Digitalisierung ausgebremst

Ohne den Einsatz smarter Technologien riskieren Betriebe, langfristig den Anschluss an ihre Mitbewerber zu verlieren.
Hans-Christian Bartholatus ist Geschäftsführer der Employland GmbH.
Von der Entwicklung besonders betroffen ist der Mittelstand. In zugehörigen Betrieben kranken Digitalisierungsvorhaben vor allem an zu wenig Fachpersonal und damit einhergehend am nicht vorhandenen Know-how. Jedem fünften Mittelständler fehlen die Mitarbeiter, um mehr oder überhaupt in die Digitalisierung zu investieren.

»Diese Mammutaufgabe lässt sich schwerlich alleine stemmen – der deutsche Arbeitsmarkt ist nicht in der Lage, die Menge an Fachkräften zu liefern, die nötig wären, um Digitalisierungsprozesse effektiv anzustoßen«, erläutert Hans-Christian Bartholatus, Geschäftsführer der Employland GmbH. Schon jetzt klafft im MINT-Bereich ein Loch von fast 300.000 Fachkräften und ein Ende ist nicht in Sicht. Zeitgleich wächst die Zahl der Unternehmen, die Fachpersonal zur Umsetzung digitaler Prozesse benötigen, weiter. »An hoch qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland führt kein Weg mehr vorbei, wenn die deutsche Wirtschaft langfristig stabil bleiben will«, mahnt Bartholatus.

Bereits vor einigen Jahren stellte die Studie »The Digital Advantage« fest, dass digitalisierte Betriebe etwa neun Prozent mehr Umsatz erzielen und so ihren Wert um zwölf Prozent steigern können. Eine Investition in den digitalen Ausbau zahlt sich demnach in jedem Fall aus.

Fehlendes Personal und mangelndes Know-how – das sind die entscheidenden Faktoren, die Digitalisierungsprojekte stocken oder gar nicht erst entstehen lassen. Dabei stellt der Fachkräftemangel das größte Hindernis für die Digitalisierung von Unternehmen dar. Über 20 Prozent der mittelständischen Betriebe können aufgrund einer zu geringen Personaldecke angestrebte Investitionen in die Digitalisierung nicht durchführen.


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