23.03.2009, 11:32 Uhr

SQL Server soll 2010 skalierbarer und benutzerfreundlicher werden

Seit letztem August ist der Microsoft SQL Server 2008 verfügbar. Mit einem Marktanteil von 34,5 Prozent bei den Neuauslieferungen in Deutschland (Quelle Techconsult 11/2008) befindet sich Microsoft damit auf Platz eins der Datenbankanbieter. Unter dem Codenamen Kilimanjaro bereitet der Hersteller ein weiteres Release seiner Datenbank für die erste Jahreshälfte 2010 vor. database pro sprach auf der CeBIT mit Tobias Schmidt, Produktmanager SQL Server bei Microsoft Deutschland.
Bereits in den nächsten Monaten ein soll ein community technology preview (CTP) angeboten werden. 'Noch skalierbarer und benutzerfreundlicher' lauten die Versprechen aus Redmond.
database pro: Das nächste Release von SQL Server umfasst mehrere Projekte. Worum geht es beim Projekt Kilimanjaro?
Tobias Schmidt: Kilimanjaro ist das nächste Minor Release von SQL Server, das in der ersten Jahreshälfte 2010 kommt. Es handelt sich um kein volles Release, denn die großen Releases kommen alle 24 bis 36 Monate. In Kilimanjaro werden wir das Thema Self-Service Business Intelligence in den Vordergrund stellen. (Auch bekannt als Projekt Gemini; Anm. d. Red.) Ein Alleinstellungsmerkmal bzw. eine große Stärke von Microsoft ist die Integration in die Endanwenderwelt, also ins Microsoft-Office-System. Das umfasst mehr als Word und Excel - auch SharePoint.
Wir wollen Endanwender in den Fachabteilungen gewinnen, so etwa einen Ingenieur mit einem Excel-Werkzeug ausstatten, das es ihm ermöglicht, selbst einen Bericht aufzubauen sowie Analysen zu entwickeln, die er einer größeren Menge an Personen zur Verfügung stellt. Dann muss er nicht mehr wie bisher zur IT-Abteilung. Diese entwickelt nur einmal das Grundmodell, den Cube, und die Fachabteilung kann selbständig komplexe Berichte entwickeln, wobei sich die relevanten Informationen in einer zentralen Datenbank befinden.
database pro: Wie sieht die Integration von BI in der Endanwenderwelt aus?
Tobias Schmidt: Beispielsweise kann der Anwender aus Excel heraus einen erstellten Report per Knopfdruck im Intranet oder Internet publizieren. Wichtig ist, dass die Daten zentral gehalten werden ? im SQL Server. Excel ist nur das Frontend, das die Daten anzeigt. Endanwender aus den Fachbereichen können somit selbständig komplexe Web-Reports entwickeln, die dann allen relevanten Personen immer aktuell zur Verfügung stehen. Das Ganze ist mit einer In-Memory BI-Engine versehen, die auch Datenmengen verträgt, die weit über das heute in Excel Mögliche hinausgehen. Dazu eine SharePoint-Integration, um die Weitergabe dieser Lösungen so einfach wie möglich zu machen. Kilimanjaro wird also die BI Möglichkeiten von SQL Server weiter ausbauen und dabei auf eine stabile und skalierbare Daten-Plattform (SQL Server) setzen, die auch größte BI-Entwicklungen unterstützt.
database pro: Worum geht es beim Projekt Madison?
Tobias Schmidt: Wir haben 2008 die Firma Datallegro gekauft, die uns die Möglichkeit gibt, in den Bereich sehr großer Data Warehouses vorzudringen. 100 Terabyte und Tausende von gleichzeitigen Nutzern sind damit kein Problem mehr. Vorgeführt wurde das Produkt mit einem 150-Terabyte-Data-Warehouse und 24 Nodes ? und einer (deutschen) Billion Zeilen in der Faktentabelle. Das ist MPP: massive-parallel processing. Das Interessante dabei sind die sehr niedrigen Total Cost of Ownership (TCO) für die Kunden.
Was wir in SQL Server 2008 anbieten, sind die Data Warehouse References. Sie heißen auf Deutsch QuickStart-Referenzen. Wir bieten jetzt drei Referenzarchitekturen für das Thema Data Warehouse und BI an, fragen HP, Bull und Dell und stellen dem Kunden fertige Referenzarchitekturen zur Verfügung. Diese Partner können die fertige Infrastruktur an den Kunden ausliefern und ihm auch bei einem sehr großen Data-Warehouse-Projekt helfen.
(Das Gespräch führte Michael Matzer)
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