WWU Münster 28.09.2020, 10:04 Uhr

Web-App für Genom-Vergleiche

Vor fünf Jahren veröffentlichte die Arbeitsgruppe Priv.-Doz. Dr. Jürgen Schmitz und seinem Team an der Universität Münster eine Web-App, die das Erbgut von Mensch und Tier vergleichen kann und so hilft, evolutionäre Entwicklungen zu verstehen.
2-n-way: Eine Web-App zum Aufspüren von Löchern im Genom.
(Quelle: Grafik: J. Schmitz )
Nun gehen die münsterschen Forscher noch einen Schritt weiter: Ihre neue Software 2-n-way kann beliebige Genome von und für jedermann vergleichen und gezielt nach Regionen suchen, die durch Anwesenheit oder Abwesenheit bestimmter Sequenzen charakterisiert sind. Vereinfacht gesagt: 2-n-way zeigt, wo was im Genom fehlt und wann es abhandengekommen beziehungsweise neu entstanden ist. So lassen sich auch Verwandtschaftsverhältnisse von Arten oder Individuen erkennen. Ihre Neuheit – die wie der Vorgänger frei im Internet verfügbar ist – haben die WWU-Forscher jetzt im Fachjournal Genome Research publiziert.
Biologe und Zoologe Schmitz vom Institut für Experimentelle Pathologie der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, der die Studie zusammen mit Dr. Gennady Churakov geleitet hat, spricht von einer »einzigartigen und zukunftsweisenden Chance, die Veränderbarkeit multipler Genome unter die Lupe zu nehmen«. Dadurch könnten nicht nur Genom-Evolutionen, sondern auch die Entstehung von genetischen Krankheiten durch Deletionen oder durch Insertionen – das meint den Verlust eines DNA-Abschnitts beziehungsweise das Einfügen eines neuen - analysiert werden. Der entscheidende Unterschied zum Vorgänger-Modell GPAC, das seit seiner Freischaltung hundertausendfach genutzt wurde: 2-n-way kann selbst beliebig viele Genome aneinandersetzen.



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