Neues DDoS-Botnetz 25.11.2018, 09:02 Uhr

Chalubo attakiert schlecht geschützte SSH-Server

Im August dieses Jahres hat sich ein neues Botnetz auf den Weg gemacht und attackiert schlecht gesicherte SSH-Server.
Chalubo hat einige Code-Elemente vom berühmt-berüchtigten Mirai-Botnetz übernommen.
SophosLabs hat sich das unter dem Namen Chalubo oder auch ChaCha-Lua-bot aktive Schadprogramm näher angeschaut und herausgefunden, dass es die riesige Anzahl globaler Linux-Server angeht, die SSH (Secure Shell) für Remote-Administration nutzen. Dazu gehört heutzutage auch die ständig wachsende Anzahl an IoT-Geräten. Chalubo scannt dazu im großen Stil IP-Adressen und sucht nach Geräten, die SSH auf Port 22 verwenden. Die gefundenen Opfer werden dann per Brute Force angegangen, indem Standard- oder schwache Passwörter durchprobiert werden. Das ultimative Ziel der Hacker ist es dabei, Malware auf die Geräte herunterzuladen und auszuführen. Dadurch können zu einem beliebigen Zeitpunkt DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) per DNS, UDP oder SYN Flood gestartet werden.

Bei der Untersuchung des Command and Control Servers des Angreifers stellten die SophosLabs außerdem fest, dass noch eine zweite Malware namens Linux/DDoS-BD (Linux/BillGates) eingesetzt wird, die mit dem chinesischen Elknot-Botnetz aus dem Jahr 2014 in Verbindung gebracht wird. Wenn allerdings tatsächlich eine größer angelegte Aktion vorbereitet werden sollte, ist es sehr wahrscheinlich, dass Chalubo SSH im Hauptfokus hat. Es wird häufig als sichere Möglichkeit angesehen, nahezu alles zu nutzen, das auf Linux basiert.

Wie kann Linux/Chalubo-A entdeckt werden? Eine Möglichkeit ist es, nach ausgehendem C&C-Traffic auf Port 8852 zu suchen, auch wenn dieser Weg nicht immer genutzt wird. Es ist zudem empfehlenswert, Logs auf fehlgeschlagene Login-Versuche zu prüfen oder darauf zu achten, ob Server plötzlich eine ungewöhnlich hohe Bandbreite benötigen. Der bessere Weg ist aber die Vorbeugung, indem Admins SSH sicher einsetzen. Wie bei allen Brute-Force-Attacken kann sich auch Chalubo erst dann so richtig austoben, wenn Standard- oder schwache Passwörter genutzt werden.

Michael Veit, IT Security Experte bei Sophos, rät zu folgendem Vorgehen: »Erster Schritt zur Brute-Force-Abwehr sollte ein starkes Passwort sein. Noch besser ist es allerdings, keine Passwörter zu verwenden und stattdessen auf eine SSH-Schlüsselauthentifizierung zu setzen. Hierbei haben Anwender den weiteren großen Vorteil, dass diese Art der Sicherung auch für verschiedene Server genutzt werden kann.«


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