Kaspersky-Analyse 04.08.2018, 15:01 Uhr

Neue Tricks der Cyberkriminellen

Vom derzeitigen Bitcoin- und Blockchain-Hype scheinen auch Cyberkriminelle zu profitieren.
Cyberkriminelle sind zunehmend erfolgreich mit Kryptowährungsphishing.
So schätzt Kaspersky Lab, dass Cyberkriminelle im vergangenen Jahr mittels neuer und bewährter Social-Engineering-Methoden mehr als 21.000 ETH (Ether) beziehungsweise zehn Millionen US-Dollar erbeuten konnten. Eine Analyse der über die Kaspersky-Produkte gemessenen Bedrohungen bestätigt den Trend: mehr als hunderttausend Alarme wurden im Zusammenhang mit Kryptowährungen ausgelöst. Derzeit haben es die Cyberkriminellen verstärkt auf Investoren im Krypto-Startup-Bereich abgesehen; sie missbrauchen namhafte Kryptowährungsprojekte und Twitter-Konten prominenter Personen für ihre Betrügereien.

Investoren, die an ICO-Optionen (Initial Coin Offering) interessiert sind, stehen laut den Experten von Kaspersky Lab aktuell im Fadenkreuz der Cyberkriminellen. Ein Lockmittel: gefälschte Webseiten interessanter ICO-Projekte sowie Phishing-Mails, die eine E-Wallet-Nummer für Investoren zur Übermittelung der Kryptowährung beinhaltet. Unter den ICO-Fälschungen befinden sich einige namenhafte Projekte. So konnten Cyberkriminelle über ein angebliches über Twitter verbreitetes Angebot von ,Switcheo ICO‘ insgesamt 25.000 US-Dollar von Opfern weltweit erbeuten, über eine Phishing-Seite im Namen des ,OmaseGo ICO‘-Projekts sogar Kryptowährung im Wert von mehr als 1,1 Millionen US-Dollar. Auch stiegen Cyberkriminelle schnell auf Gerüchte einer Telegram ICO ein und erstellten hunderte gefälschter Seiten, die angeblich auf der Suche nach Investoren waren.

Ein weiterer Trend: Opfern wird im Tausch gegen eine geringe Summe Kryptowährung eine spätere höhere Auszahlung derselben Währung versprochen. Die Experten von Kaspersky Lab nennen dieses neue Phänomen Kryptowährung-Giveaway-Betrug. Dabei setzen die Kriminellen auf gefälschte Social-Media-Konten prominenter und erfolgreicher Geschäftsleute.

»Die Ergebnisse unserer Forschung zeigen, dass Cyberkriminelle stets auf dem neuesten Stand zu bleiben scheinen und Ressourcen entwickeln, um die bestmöglichen Ergebnisse beim Kryptowährungsphishing zu erzielen«, so Nadezhda Demidova, Lead Web Content Analyst bei Kaspersky Lab. »Die neuen Betrugsmodelle basieren auf einfachen Social-Engineering-Methoden, heben sich jedoch von herkömmlichen Phishing-Angriffen ab, da die Cyberkriminellen damit Millionen von Dollars erbeuten können. Ihr Erfolg legt nahe, dass sie wissen, wie sie den menschlichen Faktor, der immer einer der schwächsten Glieder in der Cybersicherheit war, ausnutzen können.«


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