TU Braunschweig 07.05.2018, 08:28 Uhr

Algorithmen gegen Betrug im Online-Handel

Mit einer neuen Analyseplattform können Online-Händler Betrügern schnell auf die Schliche kommen.
Prof. Dr. Konrad Rieck ist Leiter des Instituts für Systemsicherheit der TU Braunschweig.
(Quelle: Anne Hage/TU Braunschweig )
Online-Betrug verursacht jedes Jahr weltweit Schäden in mehrstelliger Milliardenhöhe. Ein Forscherteam von der TU Braunschweig hat eine Analyseplattform entwickelt, die Betrugsmuster entlarvt, ohne dass Händler dafür Bestelldetails und Kundendaten preisgeben müssen. Die Trefferquote liegt bei 75 Prozent.

Wenn Betrüger in Online-Shops unterwegs sind, gehen sie oft nach Schema F vor: Sie bestellen bei vielen Händlern gleichzeitig größere Stückzahlen, nutzen falsche Identitäten, zahlen mit geklauten Kreditkartendaten und sie lassen die Ware an Mittelsmänner liefern. Dabei machen sie sich zunutze, dass Händler untereinander in der Regel keine Informationen austauschen. Dieser Betrugsmasche will ein Forscherteam um Prof. Konrad Rieck von der TU Braunschweig nun die Grundlage entziehen.

»Wir haben eine Analyseplattform entwickelt, die Betrugsmuster auch in pseudonymisierten Daten finden kann«, sagt Rieck. Dabei werden sensible Kunden- und Bestelldaten schon auf Händlerseite zerhackt, codiert und so praktisch unlesbar gemacht. »So bleiben Händlerinteressen und Datenschutz gewahrt«, betont der Wissenschaftler. Zudem entwickelte sein Team Algorithmen, die auch in den kryptischen Datenschnipseln noch Muster erkennen können.

Im Verdachtsfall gibt die Plattform eine Rückmeldung an die betroffenen Händler, die dann die pseudonymisierten Daten zurückübersetzen, die Fälle prüfen und gegebenenfalls bei der Polizei anzeigen können. »Als prophylaktische Maßnahme kann ein Händler außerdem für betroffene Artikelgruppen zum Beispiel keine Rechnungs- oder Kreditkartenzahlungen mehr akzeptieren«, berichtet Rieck.


Das könnte Sie auch interessieren