Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 07.05.2018, 08:24 Uhr

Datenportabilität könnte Big Data noch größer machen

Ab Ende Mai können Nutzerinnen und Nutzer ihre Daten von einer Online-Plattform zur anderen umziehen. Das könnte ungewollte Effekte haben - zum Beispiel, dass neue Dienste noch mehr Daten sammeln.
Der Passauer Wirtschaftsingenieur Michael Wohlfarth analysierte potenzielle Auswirkungen der DSGVO.
(Quelle: www.uni-passau.de )
Zu diesem Ergebnis kommt der Passauer Wirtschaftsingenieur Michael Wohlfarth, der das neue Recht mit Hilfe von Modellrechnungen analysiert hat.

Wohlfarth promoviert an der Universität Passau am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Internet- und Telekommunikationswirtschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Krämer. In dem Papier "Data Portability on the Internet: An Economic Analysis" hat er sich intensiv mit dem Recht auf Datenportabilität befasst, dass die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Artikel 20 garantiert. Dieses sieht vor, dass Nutzerinnen und Nutzer ihre personenbezogenen Daten mitnehmen können, wenn sie die Plattform wechseln. Wohlfarth hat in mehreren Fällen berechnet, wie sich dieses Recht aus ökonomischer Perspektive auswirken könnte.

Das Ergebnis: Datenportabilität kann zur Sammlung von mehr Daten führen, was schlecht für Nutzerinnen und Nutzer sein kann. Und zwar dann, wenn in den Markt, den bislang ein Monopolist dominiert hat, eine neue, bessere Konkurrentin eintritt. Diese verlangt von Nutzerinnen und Nutzern mehr Daten als ohne die Einführung eines Rechts auf Datenportabilität. Das ergibt sich folgendermaßen: Die neue Konkurrentin erhält einen Teil der Daten direkt vom Wettbewerber. Darüber hinaus fragt sie weitere Daten direkt bei den Nutzerinnen und Nutzern ab. Letztere geben somit beim Wechsel zwar weniger Daten explizit ein. Insgesamt ist der Datenkonsum der Konkurrentin allerdings gestiegen.


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