Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) 16.04.2018, 07:12 Uhr

Ablenkung durch Smartphones bei Fußgängern

In unserer digitalen und vernetzten Welt stehen wir vor der Herausforderung, ständig online, jederzeit erreichbar sein zu müssen.
Knapp zwei Drittel der Fußgängerinnen und Fußgänger nutzen ihr Smartphone im Straßenverkehr.
(Quelle: www.dvr.de )
Für viele Menschen ist das Smartphone nicht nur ein unentbehrliches Arbeitsgerät, sondern auch eine wichtige Verbindung zum Freundes- und Bekanntenkreis. Eine Nachricht zu verpassen, ist aus ihrer Sicht undenkbar. Auch unterwegs wollen sie auf E-Mails, WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. nicht verzichten.

Für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) wird Ablenkung durch Smartphones so zu einem hohen Unfallrisiko. Knapp zwei Drittel der Fußgängerinnen und Fußgänger nutzen ihr Smartphone im Straßenverkehr und sind damit stark abgelenkt. Rund ein Drittel aller Fußgänger, die von ihrem Mobiltelefon abgelenkt waren, sind bereits in eine brenzlige Situation geraten, weil sie zu spät reagierten oder andere Verkehrsteilnehmer übersehen haben. Experten sprechen von der Kopf unten-Generation oder Smombies.

Aber warum lassen wir uns ablenken? »Wir blenden nicht nur mögliche Gefahren und eventuelle Folgen aus. Wir glauben auch noch dank unserer Erfahrungen zu wissen, was passieren wird - auch wenn wir mal nicht hinsehen. Viele Fußgänger unterschätzen offenbar die Gefahren, denen sie sich selbst aussetzen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf solche Art vom Straßenverkehrsgeschehen abwenden«, erklärt DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner.

»Jeder Fußgänger, der gedankenverloren mit dem Handy am Ohr oder mit Kopfhörern die Straßenseite wechselt, ohne auf das Verkehrsgeschehen zu achten, sollte sich der großen Gefahr durch Ablenkung bewusst sein«, unterstreicht Kellner das hohe Risiko. Bereits in Schule und Ausbildung müsste das Thema präventiv behandelt werden. Kellner: »Der Grundsatz ist doch klar: Die Konzentration muss auf den Straßenverkehr gerichtet sein. Und ist es wirklich so schlimm, mal für eine gewisse Zeit 'offline' zu sein?«



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