Künstliche Intelligenz 01.07.2019, 07:47 Uhr

Nur vereinzelt KI-Anwendungen

Viele Unternehmen denken darüber nach, Künstliche Intelligenz zu nutzen. Wirklich im Einsatz sind bislang aber nur vereinzelt KI-Anwendungen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters adesso zum Status quo.
Künstliche Intelligenz: Welche Aspekte sind in den nächsten drei Jahren zentrale Herausforderungen?
(Quelle: www.adesso.de )
In den Köpfen ist das Thema KI angekommen. So gaben 83 Prozent der Befragten an, dass die Technologie aus ihrer Sicht ein wettbewerbsentscheidender Faktor ist. Eine unverzichtbare Rolle bei Produktinnovationen spielt sie für 64 Prozent. Entsprechend hat fast die Hälfte das Thema Künstliche Intelligenz in den nächsten drei Jahren weit oben auf der Agenda.
An praktischer Erfahrung mangelt es allerdings meistens: Zwar hat jedes fünfte befragte Unternehmen bereits Chatbot-Projekte umgesetzt – bei anderen KI-Anwendungen befinden sich viele aber erst in der Planungsphase. Dabei erkennen die Befragten, dass KI-Technologien in Bereichen wie Marketing, Vertrieb und Service neue Abläufe und Angebote erlauben. So stimmen 85 Prozent der Aussage zu, dass KI-Verfahren im digitalen Marketing Streuverluste verringern und sich dadurch Kosten einsparen lassen. 54 Prozent können sich vorstellen, KI-basierte Empfehlungen für die Entwicklung eines neuen Produkts oder neuer Dienstleistung zu nutzen – 32 Prozent haben es bereits realisiert oder sind mitten in der Planung. Intelligentes Lead Scoring, das die Konversionsrate für jeden Kunden prognostiziert, halten 56 Prozent für eine gute Idee – aber erst 26 Prozent der Befragten sind in der Umsetzung oder Planung.
Was sich Unternehmen vorstellen können und was Verbraucher wirklich nutzen würden, ist ebenfalls nicht immer deckungsgleich. adesso hat für seine KI-Studie die Unternehmensführer gebeten, konkrete Anwendungsfälle aus dem Blickwinkel ihrer Branche zu bewerten. Danach sind 84 Prozent der Entscheider aus dem Gesundheitswesen davon überzeugt, dass Verbraucher KI-gestützte Gesundheitsprogramme in Anspruch nehmen würden. Allerdings sind die mit 38 Prozent weitaus zurückhaltender. Dass Bankkunden ihre Geldanlage einer KI-Anwendung anvertrauen, denken 76 Prozent der Entscheider aus der Finanzbranche. Aber nur 30 Prozent würden ein solches System nutzen. Ein rein virtuelles Versicherungsangebot ohne Menschen, dafür mit KI, können sich 80 Prozent der Versicherungsexperten für ihre Kunden vorstellen. Die zeigen sich mit 46 Prozent reservierter.
Grundlegend ist die Stimmung unter deutschen Verbrauchern aber gut: 83 Prozent sind überzeugt, dass KI und Roboter in der Zukunft viele lästige Aufgaben übernehmen und das Leben erleichtern. 61 Prozent glauben, dass KI ihnen Vorteile bringen wird.


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