Geoinformatik 30.03.2020, 09:19 Uhr

App zur Kartierung von Notfallregionen

Eine von Geoinformatikern der Universität Heidelberg maßgeblich mitentwickelte Handy-App, mit deren Hilfe geographische Karten für Krisen- und Katastrophengebiete erstellt werden, ist mit einem Hauptpreis der Fachmesse Mobile World Congress ausgezeichnet worden.
Die App MapSwipe erstellt geographische Karten für Krisen- und Katastrophengebiete.
(Quelle: www.uni-heidelberg.de )
Die über die App MapSwipe generierten Daten können zum Beispiel dazu verwendet werden, die Zahl der Bewohner in dem von einem Notfall betroffenen Gebiet zu ermitteln oder die Ausbreitung von Krankheiten zu bekämpfen, so Prof. Dr. Alexander Zipf, Leiter der Abteilung Geoinformatik am Geographischen Institut der Ruperto Carola.
MapSwipe ist eine mobile Anwendung des Open-Source-Projekts Missing Maps. Ziel dieses humanitären Projekts ist es, präventiv Länder und Regionen zu kartieren, in denen besondere Risiken für Naturkatastrophen, Konflikte und Krankheitsepidemien bestehen. Mithilfe der App werden Freiwillige an der Generierung von Karten beteiligt: Sie erhalten Satellitenbilder zur Ansicht und müssen durch Klicken und Wischen – im Englischen swipe – Infrastrukturen wie Gebäude und Straßen ausfindig machen. Auf diese Weise sollen auch Veränderungen dokumentiert werden. Diese Daten ermöglichen es Hilfsorganisationen, besser auf Krisen vor Ort zu reagieren. Mit den Aktivitäten im Rahmen von Missing Maps wurden bereits die Flüchtlingshilfe in Kolumbien, Impfkampagnen im Tschad und der Kampf gegen Ebola in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt, wie Benjamin Herfort, Mitarbeiter der Abteilung Geoinformatik, erläutert.
Die Heidelberger Wissenschaftler haben an der Entwicklung von MapSwipe von Anfang an entscheidend mitgewirkt und unter anderem den Crowdsourcing-Ansatz für die App entworfen. »Zur Verfügung gestellt haben wir Werkzeuge, die für die Verwaltung eines solchen globalen Projekts sowie für die effiziente Analyse und Nutzung der Daten erforderlich sind«, betont Alexander Zipf. Der Wissenschaftler ist Geschäftsführer des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT), das von der Klaus Tschira Stiftung getragen wird und Forschungserkenntnisse in die Praxis umsetzt. »In absehbarer Zeit wird es auch möglich sein, maschinelles Lernen und Technologien der Künstlichen Intelligenz dazu zu nutzen, das offene Mapping zu verbessern«, so der Geoinformatiker. Sein Team gestaltet darüber hinaus Tutorials, die den Nutzern helfen, bessere Daten beizusteuern.



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