IBM X-Force Sicherheitsreport 09.04.2018, 08:48 Uhr

Cyberkriminelle fokussieren sich auf Ransomware

Im vergangenen Jahr sank die Anzahl kompromittierter Datensätze um fast 25 Prozent, da Cyberkriminelle den Schwerpunkt auf Ransomware-Angriffe verlagerten.
Der neue IBM-Bericht liefert aufschlussreiche Informationen über die globale Bedrohungslandschaft.
Letztes Jahr wurden allerdings immer noch mehr als 2,9 Milliarden Datensätze gehackt, gegenüber 4 Milliarden im Jahr 2016. Während die Anzahl der gehackten Datensätze damit noch immer signifikant war, dominierte 2017 das Phänomen Ransomware, da Angriffe wie WannaCry, NotPetya und Bad Rabbit versuchten, Chaos über mehrere Branchen hinweg zu stiften.

Andere wichtigen Studienergebnisse beinhalten einen historischen 424-prozentigen Anstieg bei Hacks im Zusammenhang mit falsch konfigurierter Cloud-Infrastruktur, hauptsächlich aufgrund menschlicher Fehler. Auch war die Finanzbranche erneut mit den meisten erfolgreichen Angriffen Spitzenreiter unter den Angriffszielen: 27 Prozent aller Angriffe zielten auf den Bankensektor.

Der IBM X-Force Threat Intelligence-Index umfasst Erkenntnisse und Beobachtungen aus Daten, die über Hunderte von Millionen von geschützten Endpunkten und Servern in nahezu 100 Ländern analysiert wurden. IBM X-Force unterhält Tausende von Spam-Traps auf der ganzen Welt und überwacht täglich Millionen von Spam- und Phishingangriffen. Dabei werden Milliarden von Webseiten und Bildern analysiert, um betrügerische Aktivitäten und Missbrauch zu erkennen.

Ransomware-Angriffe wie WannaCry, NotPetya und Bad Rabbit sorgten im Jahr 2017 nicht nur für Schlagzeilen, sondern brachten auch ganze Betriebe zum Erliegen, als Cyberkriminelle kritische Infrastrukturen unter anderem im Gesundheitswesen, im Transportwesen und in der Logistik übernahmen und zeitweilig sperren konnten. Insgesamt haben Ransomware-Vorfälle Unternehmen im Jahr 2017 mehr als 8 Milliarden Dollar gekostet, als Cyberkriminelle Angriffe starteten, bei denen es darum ging, kritische Daten zu sperren, anstatt gespeicherte Datensätze zu kompromittieren.

Dieser Trend führt zu einem erhöhten Druck auf Unternehmen, mit Reaktionsstrategien angemessener darauf vorbereitet zu sein, um die Auswirkungen eines Angriffs besser begrenzen zu können. Eine IBM Security-Studie aus dem letzten Jahr hat herausgefunden, dass eine langsame Reaktion die Kosten eines Angriffs negativ beeinflussen kann, da Vorfälle, die mehr als 30 Tage dauerten, eine siebenstellige Summe mehr kosten können als diejenigen, die in kürzerer Zeit abgefangen werden können.



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