Oracle OpenWorld 2009 19.10.2009, 18:06 Uhr

Schwarzenegger unterstützt Oracle und Sun Microsystems

SAN FRANCISCO Oracle-Chef Larry Ellison kann sich auf den „Governator“ verlassen, wenn es darum geht, ein wenig Hollywood-Glamour ins Scheinwerferlicht seiner Konferenzen zu zaubern. So ließ sich der gebürtige Steirer, der Kalifornien in einer zweiten Amtszeit regiert, nicht lange bitten, um, wie er es formulierte, „zwei große kalifornische Erfolgsstories, zwei der großen Technologie-Giganten“ auf der Bühne des Moscone Centers in San Francisco zu unterstützen. Das um so mehr, wo doch die EU noch mit der Genehmigung des Übernahme-Deals zwischen Oracle und Sun zögert, während die USA schon ihr OK gegeben haben.
Und wie es seine Art ist, nahm der große Larry Ellison seine Mund wieder einmal richtig voll. Mit der Übernahme des schwer angeschlagenen Unixserver-Herstellers Sun Microsystems will der Oracle-Gründer den Umsatz innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. Damit will der ehrgeizige Datenbankkönig einerseits den immer noch mächtigen Mainframe- und Datenbank-Anbieter IBM herausfordern und zusätzlich endlich seinem deutschen Erzrivalen SAP das Wasser bei der Business-Software abgraben.
Oracle werde seine Datenbank-Software und Business-Programme so auf die Sun-Hardware abstimmen, dass man als mächtiger Anbieter eines „Total Technology Stacks“ auftreten werde und große Projekte an Land ziehen könne, war die Botschaft der diesjährigen Oracle World in der Stadt am Golden Gate. Vorerst dürfte die Oracle-Marge aber sinken, bis die defizitäre Sun-Hardware auf Vordermann gebracht sei. Danach aber werde der entstehende Konzern „sehr, sehr profitabel sein“ sagte Ellison“.
Seine bewährte Strategie, Konkurrenten zu schlucken und mit den Übernahmen Technik und Kunden einzukaufen, will Ellison fortführen. Er bleibe in Sachen Zukäufen „aggressiv“. Es gebe eine ganze Reihe vielversprechender Kandidaten.
Mit dieser Strategie im Visier enthüllte Ellison auf der Hausmesse in San Francisco eine neue Unternehmenssoftware, mit der er endlich dem deutschen Konkurrenten SAP im großen Stil Kunden abjagen will. Die Applikationen namens „Fusion Apps“ stehen am Ende einer fünf Jahre dauernden Softwareentwicklung, die sich Oracle Millionen von US-Dollar kosten ließ.
Es ist nicht das erste Mal, dass Oracle die Walldorfer scharf angreift. Doch mit „Fusion Apps“ haben die Amerikaner einen großen Wurf gewagt, um den ERP-Weltmarktführer zu überrunden, sagen Analysten. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Der seit Jahren bitter und persönlich ausgefochtene Streit um Kunden scheint auf einen Zweikampf der neuen Programme hinauszulaufen – Oracle „Fusion Apps“ gegen die kommende SAP-Software „Business ByDesign“. Das Programm zum Vertrieb über das Internet ist der Hoffnungsträger der Walldorfer. An dieser Suite basteln sie seit Jahren fieberhaft. (Rudi Kulzer/ef)




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