CORA-Studie 14.04.2020, 07:55 Uhr

Umgang mit Informationen aus dem Internet

Das Internet und die Sozialen Medien gehören heute zu den am häufigsten genutzten Informationsquellen.
Infos zu einer Beispielaufgabe aus dem CORA-Test.
(Quelle: www.wipaed.uni-mainz.de )
Auch Studierende lernen oft lieber mithilfe von Online-Informationen als mit den herkömmlichen Unterrichtsmaterialien der Universitäten. Allerdings haben sie Schwierigkeiten, Informationen aus dem Internet angemessen kritisch einzuschätzen und lassen sich von unzuverlässigen Quellen beeinflussen. Dies ergab eine Studie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und an der Goethe-Universität Frankfurt, bei der Studierende verschiedener Fachrichtungen wie der Medizin und der Wirtschaftswissenschaften an einem Online-Test, dem Critical Online Reasoning Assessment (CORA), teilnahmen. »Wir müssen leider feststellen, dass ein großer Teil der Studierenden sich von nicht relevanten und unzuverlässigen Informationen aus dem Internet verleiten lässt, wenn es darum geht, eine bestimmte Aufgabe zu beantworten«, stellt Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia von der JGU dazu fest.
Lernen mithilfe des Internets bietet viele Möglichkeiten, allerdings auch gewisse Risiken. Es ist mittlerweile bekannt, dass im Netz nicht nur Fake News verbreitet werden, sondern dass auch Fake Science mit wissenschaftlich nicht korrekten Informationen zirkuliert. Die Problematik betrifft kontrovers diskutierte gesellschaftliche Themen wie aktuell die Corona-Krise, sie geht jedoch noch viel tiefer. »Eine kritische Grundhaltung allein reicht nicht aus. Vielmehr sind Kompetenzen gefragt, die es Internetnutzern ermöglichen, verlässliche von fehlerhaften und manipulativen Informationen zu unterscheiden. Für Studierende wäre es daher besonders wichtig, Online-Informationen zu hinterfragen und kritisch zu betrachten, um das eigene Fachwissen auf verlässlichen Informationen aufzubauen«, so Zlatkin-Troitschanskaia.
Um den Umgang von Studierenden mit Online-Informationen zu untersuchen, haben Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia und ihr Team einen neuen Test entwickelt, der sich am Civic Online Reasoning (COR) Assessment der  US-Stanford University in den USA orientiert. Im Test werden den Probanden kurze Aufgaben präsentiert. Sie sollen dann frei im Internet recherchieren und sich dabei auf relevante und zuverlässige Informationen konzentrieren, um die Testfragen in der vorgegebenen, relativ kurzen Zeit von zehn Minuten zu beantworten. Die Antworten sind dabei jeweils mit Argumenten aus den genutzten Online-Informationen zu begründen.
CORA-Testung erfordert komplexe Analyse und aufwendige Auswertung



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